Cathédrale Notre-Dame d'Amiens
Allgemeine Informationen
Denomination
Katholisch
Adresse
Rue Robert de Luzarches
Amiens, Hauts-de-France, Francia
C.P. 80000
Standort
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Standortdaten: © OpenStreetMap contributors über LocationIQ | Visualisierung: Google Maps
Anfahrt
Adresse: Rue Robert de Luzarches Amiens, Hauts-de-France, Francia
Über Cathédrale Notre-Dame d'Amiens
📜 Geschichte
Die Kathedrale Notre-Dame von Amiens hat ihre Ursprünge in den frühen Jahren des 13. Jahrhunderts. Im Jahr 1218 zerstörte ein Blitz die alte romanische Kathedrale, die sich am selben Standort befand, was Bischof Évrard de Fouilloy dazu veranlasste, 1220 den Bau eines neuen Gebäudes in Auftrag zu geben. Der Architekt Robert de Luzarches entwarf das ursprüngliche Projekt; nach seinem Tod setzten Thomas de Cormont und später sein Sohn Renaud de Cormont die Arbeiten fort. Die Hauptstruktur wurde um 1288 fertiggestellt, obwohl der Südturm erst 1366 und der Nordturm erst 1402 vollendet wurden. Ein relevanter Vorläufer war das Jahr 1206, als der Kreuzritter Wallon de Sarton die Reliquie des Schädels von Johannes dem Täufer nach Amiens brachte, wodurch der Ort zu einem Pilgerziel wurde, bevor das heutige Gebäude errichtet wurde. Im Jahr 1258 beschädigte ein Brand die Apsidenkapellen, und 1385 war der Ort Schauplatz der Hochzeit von König Karl VI. von Frankreich mit Isabella von Bayern-Ingolstadt. Im Jahr 1498 verstärkte der Architekt Pierre Tarisel die Struktur mit Eisenketten, um die Bewegung der Mauern einzudämmen. Während des Ersten Weltkriegs trug das Eingreifen von Papst Benedikt XV. dazu bei, das deutsche Bombardement auf Amiens im Juli 1918 zu stoppen, und im Mai 1940 überstand das Gebäude die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs.
🏛️ Architektur
Das Gebäude ist eines der repräsentativsten Beispiele der französischen klassischen Gotik des 13. Jahrhunderts. Es misst 145 Meter Außenlänge und 133,50 Meter Innenlänge; die Höhe des Gewölbes erreicht 42,3 Meter, während der Turmhelm sich bis auf 112,7 Meter erhebt. Die Innenfläche beträgt 7.700 Quadratmeter und das ungefähre Volumen 200.000 Kubikmeter. Der Grundriss nimmt die Form eines lateinischen Kreuzes mit doppeltem Umgang und sieben radialen Kapellen an, zu denen elf Seitenkapellen entlang des Kirchenschiffs hinzukommen. Die Westfassade weist drei monumentale Portale mit tiefen Profilen auf: das zentrale zeigt das Jüngste Gericht, das nördliche ist dem heiligen Firminus – dem ersten Bischof von Amiens – gewidmet und das südliche der Jungfrau Maria. Darüber erstreckt sich die sogenannte Königsgalerie mit 22 Statuen von Königen und einer Rosette, bekannt als die Rosette des Meeres. Der Bodenbelag umfasst ein achteckiges Labyrinth mit einer Länge von 234 Metern. Die geschnitzten Holzchöre wurden zwischen 1508 und 1519 ausgeführt, mit einer ursprünglichen Kapazität von 120 Sitzplätzen. Der für den Bau verwendete Stein stammte aus Steinbrüchen in Picquigny, Croissy, Bonneleau und Doméliers und wurde auf dem Fluss Somme per Lastkahn transportiert.
⭐ Wissenswertes
Die Kathedrale wurde 1981 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, unter den kulturellen Kriterien i und ii, als Anerkennung für ihren Status als Meisterwerk der Strahlengotik und für den Einfluss, den sie auf die spätere europäische Architektur ausübte. Sie wurde 1862 als historisches Denkmal Frankreichs eingestuft. Im 19. Jahrhundert leitete Eugène Viollet-le-Duc Restaurierungsarbeiten am Gebäude. Die Reliquie des Schädels von Johannes dem Täufer, die 1206 in der Kathedrale hinterlegt wurde, machte sie zu einem der wichtigsten Pilgerzentren Nordfrankreichs während der mittelalterlichen Periode; die Gläubigen durchliefen das Labyrinth auf dem Boden kniend auf der Suche nach Ablässen und Heilung von Epilepsie, damals als Sankt-Johannes-Krankheit bezeichnet. Der Ort ist Unserer Lieben Frau, der Jungfrau Maria, geweiht, und die Abbilder der drei für den Bau verantwortlichen Baumeister – Robert de Luzarches, Thomas de Cormont und Renaud de Cormont – sind in das Labyrinth selbst integriert. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts brachte eine Reinigung mittels Lasertechnologie die ursprüngliche polychrome Dekoration der Portale ans Licht; heutzutage projizieren Lichtspektakel im Sommer diese mittelalterlichen Farben mittels mehrfarbiger Laserbeleuchtung auf die Westfassade.
Die Kathedrale von Amiens ist das ganze Jahr über für die Öffentlichkeit im historischen Zentrum der Stadt geöffnet. Ihr gotisches Inneres, mit dem höchsten Gewölbe aller französischen Kathedralen, die in einer einzigen Baukampagne errichtet wurden, bietet einen Rundgang, der von den mittelalterlichen Skulpturen der Portale über das Labyrinth auf dem Boden bis hin zu den Holzchören aus dem 16. Jahrhundert reicht. Die Lichtspektakel im Sommer ermöglichen es, die Westfassade mit den Farben zu betrachten, die sie im 13. Jahrhundert hatte.
✍️ Redaktion: Thomas Anderson
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