Wenn die Bibel missachtet wird: Mit Glaube und christlicher Liebe antworten

Quelle: EncuentraIglesias Editorial

Kürzlich hat eine Episode mit einem Moderator eines Radiosenders in São Paulo eine wichtige Diskussion für uns Christen ans Licht gebracht. Während einer Livesendung wurden Aussagen gemacht, die den Glauben von Millionen Brasilianern zutiefst verletzten, indem sie sich auf die Heilige Schrift mit respektlosen und abwertenden Begriffen bezogen.

Wenn die Bibel missachtet wird: Mit Glaube und christlicher Liebe antworten

Als Glaubensgemeinschaft sind wir aufgefordert, darüber nachzudenken, wie wir auf solche Situationen reagieren sollen. Der Apostel Petrus leitet uns in seinem ersten Brief an: "Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Ehrfurcht" (1. Petrus 3:15-16, LUT).

Das Wort, das Leben verwandelt

Die Bibel ist nicht einfach ein Buch unter vielen. Für uns Christen ist sie die besondere Offenbarung Gottes an die Menschheit. Wie der Psalmist bekräftigt: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" (Psalm 119:105, LUT). Durch die Schrift lernen wir Gottes Charakter kennen, seinen Willen für unser Leben und den Heilsplan, der in Jesus Christus verwirklicht wurde.

Der Autor des Hebräerbriefs erinnert uns daran, dass "das Wort Gottes lebendig ist und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens" (Hebräer 4:12, LUT). Dies ist keine Beschreibung von etwas Unbedeutendem, sondern von einer verwandelnden Kraft, die über die Jahrhunderte hinweg Zivilisationen geprägt und Herzen verwandelt hat.

Antworten, die aufbauen

Angesichts von Kritik oder Respektlosigkeit gegenüber unserem Glauben kann unsere erste natürliche Reaktion Verteidigung oder sogar Empörung sein. Jesus lehrt uns jedoch einen anderen Weg. In der Bergpredigt weist er uns an: "Liebt eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen" (Matthäus 5:44, LUT).

Als der Apostel Paulus in Athen war, einer Stadt voller Götzen und verschiedener Philosophien, griff er die Athener nicht an. Stattdessen begann er seine Rede, indem er ihre Religiosität anerkannte und von diesem Kontaktpunkt aus das Evangelium vorstellte (Apostelgeschichte 17:22-23). Dieser Ansatz lehrt uns, dass wir unseren Glauben verteidigen können, ohne diejenigen angreifen zu müssen, die anders denken.

Das stille Zeugnis der Schrift

Die Geschichte der Bibel selbst ist ein Zeugnis ihrer Widerstandsfähigkeit und Kraft. Verfolgt, verbrannt, verboten und in verschiedenen Epochen verspottet, bleibt sie das meistgelesene, übersetzte und verbreitete Buch der Welt. Wie der Reformator Martin Luther einmal bemerkte: "Die Bibel ist eine unerschöpfliche Schatzkammer".

Der Prophet Jesaja hat Worte aufgezeichnet, die durch die Jahrhunderte hallen: "Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit" (Jesaja 40:8, LUT). Diese Beständigkeit übersteigt kulturelle Moden, vorübergehende Kritiken und individuelle Meinungen.

Einheit in christlicher Vielfalt

In Momenten wie dem, den wir kürzlich erlebt haben, ist es schön zu sehen, wie Christen verschiedener Traditionen sich zur Verteidigung des Glaubens vereinen, den sie teilen. In einem überwiegend christlichen Land wie Brasilien, wo sich etwa 160 Millionen Menschen als Nachfolger Christi bekennen, bedeutet Respekt vor der Heiligen Schrift Respekt vor dem Glauben einer Nation.

Papst León XIV. betonte in seinen ersten Worten nach der Wahl im Mai 2025 die Bedeutung eines respektvollen Dialogs zwischen verschiedenen Weltanschauungen, wobei stets die christliche Identität bewahrt werden sollte. Dieser ökumenische Ansatz erinnert uns daran, dass wir trotz unserer konfessionellen Unterschiede die Liebe zur Schrift als Quelle unseres gemeinsamen Glaubens teilen.

Praktische Überlegung: Wie wir unsere Antwort leben

Angesichts von Situationen, in denen unser Glaube missachtet wird, können wir:

  • Zuerst beten: Vor jeder Reaktion die Situation im Gebet vor Gott bringen
  • Mit Wissen antworten: Die Schrift gut kennen, um ihre Botschaft klar weitergeben zu können

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