Im Herzen der Osterzeit, während wir die Auferstehung Christi feiern, bereitet sich die Kirche in Argentinien auf einen besonderen Tag vor: den Sonntag des Teilens. Diese Feier, die jedes Jahr am dritten Sonntag der Osterzeit stattfindet, lädt uns ein, darüber nachzudenken, wie wir gemeinsam die Mission unterstützen, die Jesus uns anvertraut hat. Es handelt sich nicht einfach um ein Datum im Kalender, sondern um eine Gelegenheit, unser Engagement als Jünger zu erneuern.
Das Leben der Kirche, wie wir gut wissen, erhält sich nicht von selbst. Es ist eine lebendige Wirklichkeit, die den Beitrag jedes ihrer Mitglieder braucht. Stellen Sie sich eine Gemeinschaft vor, in der alle empfangen, aber niemand gibt, in der alle erwarten, aber niemand anbietet. Wir würden bald entdecken, dass eine solche Gemeinschaft aufhört zu atmen. So funktioniert auch der Leib Christi: Jeder Teil ist wesentlich, jede Gabe ist wertvoll, jede Großzügigkeitsgeste stärkt das Ganze.
Über das Ökonomische hinaus: Eine Kultur des Gebens
Wenn wir vom Unterhalt der Kirche hören, denken wir vielleicht zuerst an finanzielle Aspekte. Und sicherlich sind materielle Ressourcen notwendig, um die Kirchengebäude zu erhalten, die Amtsträger zu unterstützen und pastorale Werke zu entwickeln. Aber der Sonntag des Teilens lädt uns ein, darüber hinauszuschauen und das zu pflegen, was die argentinischen Bischöfe "eine wahre Kultur der Unterstützung" nennen.
Was bedeutet das in der Praxis? Es bedeutet anzuerkennen, dass wir alle etwas Wertvolles beizutragen haben: unsere Zeit, unsere Talente, unser aufmerksames Zuhören, unser beständiges Gebet, unsere solidarische Präsenz. Die Witwe im Evangelium, die ihre zwei Münzen opferte, lehrt uns genau das: Es kommt nicht auf die Menge an, sondern auf die Qualität der Gabe, das Herz, mit dem sie gegeben wird.
Jesus sagte: "Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten geworfen als alle, die etwas eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt." (Markus 12:43-44, LUT)
Diese Kultur des Gebens wird Tag für Tag aufgebaut, in kleinen und großen Gesten:
- Eine Stunde pro Woche anbieten, um jemanden zu besuchen, der allein ist
- Berufliche Fähigkeiten teilen, um Gemeinschaftsräume zu verbessern
- Aktiv an Gebetsgruppen oder Bibelstudien teilnehmen
- Regelmäßig und freudig zum Unterhalt der Pfarrei beitragen
- Kreativ sein, um neue Wege des Dienstes zu finden
Transparenz und Vertrauen: Säulen der Gemeinschaft
Ein Aspekt, den die Bischöfe in ihrer Botschaft betonen, ist die Bedeutung, Ressourcen "mit Verantwortung, Transparenz und Dienstbereitschaft" zu verwalten. Dies ist kein unwesentliches Detail. Wenn eine Gemeinschaft ihre Güter ihren Leitern anvertraut, erwartet sie, dass diese weise für die evangelisierende Mission eingesetzt werden.
Transparenz stärkt die Gemeinschaftsbande. Wenn wir wissen, wie Ressourcen verwendet werden, wenn wir die konkreten Früchte unserer Großzügigkeit sehen, wächst unser Vertrauen und unser Wunsch, weiter zusammenzuarbeiten. Es ist ein Kreislauf der Tugend: Transparenz erzeugt Vertrauen, Vertrauen ermutigt zur Großzügigkeit, und Großzügigkeit ermöglicht mehr Werke für das Reich.
In diesem Sinne stellen Initiativen wie das FE-Programm, das die Bischöfe erwähnen, eine Bemühung dar, die Beiträge der Gläubigen geordnet und transparent zu kanalisieren. Diese Werkzeuge sind nicht Selbstzweck, sondern Mittel, um die Teilnahme aller am Aufbau einer näheren und missionarischeren Kirche zu erleichtern.
Eine Kirche, die im Alltag gegenwärtig ist
Das Motto dieses Jahres, "Ihr Engagement erhält die gegenwärtige Kirche", spricht von etwas Grundlegendem: Die Kirche ist keine abstrakte oder ferne Institution. Sie ist eine konkrete Wirklichkeit, die in jeder Pfarrei, jeder Kapelle, jeder Basisgemeinde Gestalt annimmt. Es ist die Kirche, die in den Freuden- und Leidensmomenten des Lebens begleitet, die die Sakramente feiert, die neue Generationen im Glauben bildet, die sich an die Ränder der Gesellschaft wendet. Unser Engagement, das sich auf verschiedene Weise ausdrückt, ist es, was diese lebendige Präsenz aktiv und lebendig hält.
Während wir uns diesem Sonntag des Teilens nähern, fragen wir uns: Wie trage ich dazu bei, diese Kirche von heute aufzubauen? Welche Gaben hat Gott in meine Hände gelegt, um sie mit meiner Gemeinschaft zu teilen? Möge unsere Antwort großzügig und freudig sein, in dem Wissen, dass wir im Geben empfangen und im Teilen gemeinsam das Reich aufbauen, das Jesus verkündet hat.
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