Papst León XIV., der im Mai 2025 als Nachfolger von Papst Franziskus gewählt wurde, hat kürzlich Angola besucht. Bei seiner Ankunft traf er sich zunächst mit Staatspräsident João Lourenço und hielt anschließend eine bedeutende Ansprache vor Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps. Der Pontifex beschrieb sich selbst als einen Pilger, der nach den Spuren Gottes in diesem von ihm geliebten Land sucht. Dieser Besuch steht im Zeichen der Hoffnung und des Dialogs in einer Region, die nach Jahren des Konflikts und der Herausforderungen nach Versöhnung und Erneuerung strebt.
In seiner Rede betonte der Papst die Bedeutung des Zuhörens und der Ermutigung für jene, die sich bereits für das Gute, die Gerechtigkeit und den Frieden einsetzen. Gleichzeitig rief er gemeinsam mit allen Menschen guten Willens zur Umkehr derer auf, die entgegengesetzte Wege gehen und die harmonische Entwicklung des Landes behindern. Diese Botschaft der Versöhnung erinnert an die Worte des Apostels Paulus:
„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.“ (Epheser 4,15 Luther 2017)
Die Verantwortung der Führungspersönlichkeiten
Direkt an die anwesenden Führungskräfte gewandt, unterstrich Papst León XIV. das Potenzial Angolas für eine starke Weiterentwicklung. Er ermutigte sie, an die Vielfalt des Reichtums des Landes zu glauben und sich nicht vor Meinungsverschiedenheiten zu fürchten. Die Visionen der Jugend und die Träume der Älteren sollten nicht erstickt, sondern als Quelle der Erneuerung betrachtet werden. Konflikte, so der Papst, sollten nicht vermieden, sondern in Wege der Erneuerung verwandelt werden.
Eine zentrale Forderung seiner Ansprache war die Priorisierung des Gemeinwohls über partikulare Interessen. Der Papst warnte davor, den eigenen Teil mit dem Ganzen zu verwechseln, und versicherte, dass die Geschichte jenen recht geben werde, die sich für das Wohl aller einsetzen, auch wenn sie momentan auf Widerstand stoßen mögen. Diese Haltung findet eine biblische Grundlage im Dienst Jesu, der kam,
„nicht dass er sich dienen ließe, sondern dass er diente und gab sein Leben als Lösegeld für viele.“ (Markus 10,45 Luther 2017)
Die Kraft wahrer Freude
Papst León XIV. widmete einen bedeutenden Teil seiner Rede der wahren Freude, die er als etwas beschrieb, das das Leben intensiver macht und in die Gemeinschaft führt. Diese Freude entsteht, wenn Menschen ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten einbringen, zum Gemeinwohl beitragen und in ihrer einzigartigen Würde anerkannt werden. Sie ist kein oberflächliches Gefühl, sondern eine tiefe, geistliche Haltung, die selbst in dunklen Zeiten der Stagnation und Bedrängnis Wege bahnen kann.
Der Papst forderte seine Zuhörer auf, ihr Herz zu prüfen, denn ohne Freude gebe es keine Erneuerung, ohne Innerlichkeit keine Befreiung, ohne Begegnung keine Politik und ohne den anderen keine Gerechtigkeit. Diese Einsichten erinnern an die Freude, von der der Psalmist singt:
„Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.“ (Psalm 16,11 Luther 2017)
Die Kirche als Sauerteig in der Gesellschaft
Abschließend appellierte der Pontifex an alle Anwesenden, gemeinsam Angola zu einem Projekt der Hoffnung zu machen. Die katholische Kirche, deren Wirken zum Wohle des Landes geschätzt werde, möchte wie Sauerteig im Teig sein und das Wachstum eines gerechten Modells des Zusammenlebens fördern. Dieses Modell soll frei sein von den Formen der Knechtschaft, die von Eliten mit viel Geld und falschen Freuden aufgezwungen werden.
Nur gemeinsam, so der Papst, könnten die Gaben dieses wunderbaren Volkes vervielfacht werden. Diese Vision einer Kirche, die dienend und transformierend in der Gesellschaft wirkt, entspricht dem Auftrag Jesu, der seine Jünger aufforderte:
„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.“ (Matthäus 5,13 Luther 2017)
Praktische Anwendung und Reflexion
Der Besuch von Papst León XIV. in Angola lädt uns ein, über unsere eigene Rolle in der Gesellschaft nachzudenken. Wie können wir in unseren Gemeinden, Familien und Arbeitsumgebungen das Gemeinwohl über unsere eigenen Interessen stellen? Auf welche Weise können wir dazu beitragen, Konflikte in Wege der Erneuerung zu verwandeln? Die Betonung der wahren Freude erinnert uns daran, dass christliches Leben nicht in Pflichtgefühl erstarrt, sondern aus einer tiefen Beziehung zu Gott und den Mitmenschen erwächst.
Vielleicht können wir diese Woche bewusst nach Gelegenheiten suchen, jemanden zu ermutigen, der sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt. Oder wir prüfen unser Herz: Wo suchen wir Freude in vergänglichen Dingen, anstatt in der Gemeinschaft mit Gott und dem Dienst am Nächsten? Die Worte des Papstes fordern uns heraus, nicht nur Zuschauer zu sein, sondern aktiv am Aufbau einer gerechteren und hoffnungsvolleren Welt mitzuwirken.
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