Österreichs neuer Haushalt: Familienverbände fordern gerechtere Unterstützung

Quelle: EncuentraIglesias Editorial

Die österreichische Bundesregierung verhandelt derzeit über den Haushalt für die Jahre 2027 und 2028. Dabei stehen zahlreiche Sparmaßnahmen zur Diskussion, die besonders Familien betreffen. Der Katholische Familienverband Österreichs hat nun deutliche Kritik geäußert: Die geplanten Kürzungen und die fehlende Inflationsanpassung bei Familienleistungen seien aus christlicher Sicht nicht zu rechtfertigen. „Familien sind kein Kostenfaktor, sondern das Fundament unserer Gesellschaft“, betont der Verband.

Österreichs neuer Haushalt: Familienverbände fordern gerechtere Unterstützung

In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten geraten viele Haushalte unter Druck. Die Teuerung trifft besonders jene, die ohnehin schon mit begrenzten Mitteln wirtschaften müssen. Aus biblischer Perspektive erinnert dies an die Aufforderung, für die Schwachen und Bedürftigen zu sorgen. Wie es im Alten Testament heißt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18, Luther 2017). Eine verantwortungsvolle Politik sollte daher die Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen im Blick haben.

Fehlende Inflationsanpassung: Eine Belastung für Mehrkindfamilien

Besonders kritisch sieht der Familienverband, dass die Familienbeihilfe und weitere Leistungen bereits 2026 und 2027 nicht an die Inflation angepasst wurden. Nun droht auch 2028 das dritte Jahr ohne Ausgleich. „Für eine Familie mit mehreren Kindern summiert sich das auf mehrere hundert Euro pro Jahr“, so der Verband. Seit 2020 sind die Preise in Österreich um über 36 Prozent gestiegen. Werden die Leistungen nicht angepasst, verlieren sie real an Wert – und das trifft vor allem Familien mit niedrigem Einkommen.

Die Bibel mahnt zur Gerechtigkeit: „Wer dem Geringen gegenüber barmherzig ist, der ehrt Gott“ (Sprüche 14,31, ELB). Eine Gesellschaft, die Familien nicht ausreichend unterstützt, handelt kurzsichtig. Kinder sind nicht nur eine private Freude, sondern ein gesellschaftliches Gut, das Investitionen verdient.

Familienbonus: Einschränkung der Wahlfreiheit?

Ein weiterer Streitpunkt ist die geplante Kürzung des Familienbonus um 500 Euro für Alleinverdiener. Künftig soll der Bonus für Kinder ab drei Jahren nur noch dann in voller Höhe ausgezahlt werden, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind. Der Familienverband kritisiert dies als „Einschränkung der Wahlfreiheit“: Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, würden bestraft. Dabei sei die Betreuung der Kinder eine wertvolle Arbeit, die nicht geringgeschätzt werden dürfe.

Aus christlicher Sicht ist die Familie der Ort, an dem Werte vermittelt und Geborgenheit geschenkt wird. Paulus schreibt: „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn“ (Epheser 6,4, Luther 2017). Diese Erziehungsarbeit verdient Anerkennung – unabhängig davon, ob sie von einem oder beiden Elternteilen geleistet wird.

Teilzeitarbeit wird bestraft

Besonders problematisch ist die geplante Anhebung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung. Davon betroffen sind vor allem Wiedereinsteigerinnen und Mütter, die aufgrund von Betreuungspflichten in Teilzeit arbeiten. Der Familienverband rechnet vor: „Wenn eine Mutter Teilzeit arbeitet, um den Familienbonus zu erhalten, kann es sein, dass sie 918 Euro Arbeitslosenversicherungsbeitrag zahlen muss – und damit den Bonus wieder verliert.“ Dies sei ein „Faustschlag ins Gesicht tausender Familien“.

Die Bibel ruft zur Solidarität auf: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Galater 6,2, ELB). Statt Familien zu belasten, sollten politische Maßnahmen sie entlasten und ihnen die Freiheit lassen, ihre Lebensmodelle selbst zu wählen.

Ein Aufruf zur Besinnung

Der Katholische Familienverband versteht seine Kritik nicht als politische Polemik, sondern als Anstoß zum Umdenken. „Wir haben Verständnis für Sparmaßnahmen, aber sie müssen gerecht verteilt sein“, so der Verband. Familien dürften nicht einseitig zur Kasse gebeten werden. Stattdessen brauche es eine Politik, die Familien als Leistungsträger anerkennt und ihnen das Leben erleichtert.

Für Christen ist die Familie ein heiliger Raum, der Schutz und Förderung verdient. Jesus selbst wuchs in einer Familie auf und stellte die Nächstenliebe ins Zentrum seines Wirkens. In einer Zeit, in der der Druck auf Familien wächst, sind wir alle gefragt: Wie können wir in unserem Umfeld Familien unterstützen? Und wie können wir uns politisch für gerechtere Rahmenbedingungen einsetzen?

Abschließend sei an die Worte Jesu erinnert: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25,40, Luther 2017). Möge diese Perspektive auch die politischen Entscheidungen leiten.


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Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Inflationsanpassung von Familienleistungen wichtig?
Ohne Inflationsanpassung verlieren Familienbeihilfe und Co. real an Wert. Bei einer Inflation von über 36 Prozent seit 2020 sinkt die Kaufkraft drastisch, was besonders Mehrkindfamilien belastet.
Was kritisiert der Familienverband am Familienbonus?
Der Bonus soll für Alleinverdiener gekürzt werden, wenn nicht beide Elternteile erwerbstätig sind. Der Verband sieht darin eine Einschränkung der Wahlfreiheit und eine Benachteiligung von Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen.
Welche biblischen Grundlagen gibt es für die Unterstützung von Familien?
Die Bibel betont die Nächstenliebe und die Fürsorge für Schwache (3. Mose 19,18; Sprüche 14,31). Familien leisten wertvolle Erziehungsarbeit, die gesellschaftliche Anerkennung verdient (Epheser 6,4).
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