Niko Kovač über seinen katholischen Glauben: Messbesuch und Beichte im Fußball-Alltag

Quelle: EncuentraIglesias Editorial

Niko Kovač, der Trainer von Borussia Dortmund, hat in einem kürzlich veröffentlichten Interview offen über seinen katholischen Glauben gesprochen. Der 53-Jährige, der in Berlin als Sohn kroatischer Eltern aufwuchs, gewährt seltene Einblicke in seine religiöse Praxis, die von regelmäßigem Messbesuch und der Beichte geprägt ist.

Niko Kovač über seinen katholischen Glauben: Messbesuch und Beichte im Fußball-Alltag

Kovač betont, dass der Glaube für ihn eine zentrale Rolle im Alltag spielt. „Ich gehe sonntags zur Messe, wann immer es möglich ist“, erklärte er. Dabei schätzt er besonders die Gemeinschaft in der kroatischen Gemeinde in Dortmund, die ihm ein Stück Heimat und spirituelle Heimat bietet.

Die Bedeutung der Beichte im Leben von Niko Kovač

Ein zentrales Element seines Glaubenslebens ist die Beichte. Kovač beschreibt sie als eine Möglichkeit, sich mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen und Vergebung zu erfahren. „Wir machen alle Fehler“, sagt er. „Der eine gibt es zu, der andere nicht. Ich habe die Möglichkeit, zur Beichte zu gehen und meine Sünden zu bekennen.“

Diese Praxis sieht er nicht als Zeichen von Schwäche, sondern als Ausdruck von Demut und Verantwortung. „Man muss ja schon versuchen, seinen Mitmenschen mit Liebe zu begegnen, mit Höflichkeit, mit Freundlichkeit, mit Zuvorkommenheit und mit Hilfe“, betont der Trainer. Die Beichte helfe ihm, diesen Anspruch immer wieder neu zu leben.

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1,9, Luther 2017)

Das Kreuzzeichen vor dem Essen: Ein Ritual der Dankbarkeit

Kovač erzählt auch von einer kleinen, aber bedeutungsvollen Gewohnheit: Vor dem Essen bekreuzigt er sich. Für ihn ist dies ein Ausdruck von Dankbarkeit. „Wir haben das Glück, dass wir all das zur Verfügung haben, was wir essen. Es gibt andere Menschen auf dieser Welt, die haben das nicht“, erklärt er.

Das Ritual des Bekreuzigens und des gemeinsamen Gebets im Familienkreis ist für ihn selbstverständlich. „Man bedankt sich für die Gaben, die uns der liebe Gott zur Verfügung gestellt hat. Man muss auch dankbar sein. Man kann nicht immer nur sagen: Ja, ich hätte gerne lieber. Sondern man muss auch mal sagen: Dankeschön, uns geht es wirklich gut.“

Dankbarkeit als christliche Tugend

Diese Haltung der Dankbarkeit entspricht biblischen Prinzipien. In den Psalmen heißt es: „Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich“ (Psalm 107,1, Luther 2017). Kovač lebt diese Dankbarkeit im Alltag, auch wenn er als Trainer im Profifußball einem hohen Druck ausgesetzt ist.

Offenheit über den Glauben: Kein Grund zur Verheimlichung

Der Trainer spricht betont offen über seine religiöse Praxis. „Ich stehe auch dazu“, sagt er. „Ich will und muss dabei nichts verheimlichen, weil die, die mich regelmäßig sehen, wissen das, und das ist auch gut so.“ Diese Offenheit ist in der Welt des Spitzensports nicht selbstverständlich, doch Kovač scheut sich nicht, zu seinem Glauben zu stehen.

Er ist überzeugt: „Ich glaube fest daran, dass es den lieben Gott gibt. Ich glaube auch daran, dass wir hier eine Bestimmung haben, dass das Leben nach dem Tod weitergeht.“ Diese Überzeugung prägt sein Handeln und gibt ihm Halt in den Höhen und Tiefen des Trainerberufs.

Glaube und Fußball: Wie beides zusammengeht

Kovač zeigt, dass Glaube und Fußball kein Widerspruch sind. Er versucht, sonntags die Messe zu besuchen, wenn es der Trainingsplan erlaubt. „Wir haben in Dortmund auch eine kroatische Gemeinde, wo ich versuche, dann, wenn wir am Sonntag nicht trainieren, dass ich auch hier dabei bin.“

Doch auch unter der Woche sucht er die Nähe zu Gott. „Ich weiß, dass ich auch ein Sünder bin. Aber ich habe die Möglichkeit über die Beichte, das dann alles wieder wegzubekommen“, erklärt er. Diese Gewissheit der Vergebung gibt ihm Kraft für seine anspruchsvolle Aufgabe.

„Denn der HERR, dein Gott, segnet dich bei all deinem Tun und weiß um deinen Weg in dieser großen Wüste.“ (5. Mose 2,7, Luther 2017)

Praktische Anregungen für den Alltag

Die Offenheit von Niko Kovač kann auch für andere Christen eine Ermutigung sein, den eigenen Glauben selbstbewusst zu leben. Vielleicht nehmen Sie sich einmal Zeit, über Ihre eigenen Rituale der Dankbarkeit nachzudenken. Wofür sind Sie heute dankbar? Gibt es eine Gelegenheit, Ihren Glauben im Alltag sichtbar zu machen – sei es durch ein Gebet vor dem Essen oder durch ein offenes Wort über Ihre Überzeugungen?

Vielleicht ist auch die Beichte oder ein persönliches Schuldbekenntnis ein Thema, das Sie wiederentdecken möchten. Der Glaube lebt nicht nur im Sonntagsgottesdienst, sondern in den kleinen Gesten des Alltags, die von Gottes Liebe und Vergebung zeugen.


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Kommentare

Häufig gestellte Fragen

Warum geht Niko Kovač zur Beichte?
Er sieht die Beichte als Möglichkeit, sich mit eigenen Fehlern auseinanderzusetzen und Vergebung zu erfahren. Es hilft ihm, dem Anspruch gerecht zu werden, seinen Mitmenschen mit Liebe und Freundlichkeit zu begegnen.
Wie vereinbart Kovač seinen Glauben mit dem Fußball-Alltag?
Er besucht sonntags die Messe, wenn es der Trainingsplan erlaubt, und pflegt Rituale wie das Kreuzzeichen vor dem Essen. Der Glaube gibt ihm Halt und Orientierung in seinem anspruchsvollen Beruf.
Welche Bedeutung hat das Kreuzzeichen vor dem Essen für ihn?
Es ist ein Ausdruck von Dankbarkeit für die Gaben Gottes. Kovač betont, dass man sich bewusst sein sollte, wie gut es einem geht, und dafür danken sollte.
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