Die Europäische Kommission hat am 26. März 2026 bekanntgegeben, dass Mairead McGuinness zur neuen Sonderbeauftragten für Religions- und Glaubensfreiheit außerhalb der Europäischen Union ernannt wurde. Diese Position war seit mehr als einem Jahr vakant, was in verschiedenen Kreisen zu kritischen Rückmeldungen führte. Die irische Politikerin bringt umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit religiösen und weltanschaulichen Organisationen mit, die sie während ihrer Zeit als Erste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments von 2014 bis 2020 sammeln konnte.
Der Werdegang einer engagierten Christin
Mairead McGuinness, die 1959 geboren wurde, wuchs in einem katholischen Elternhaus mit sieben Geschwistern auf. Den christlichen Glauben übernahm sie insbesondere von ihrer Mutter, wie sie in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur betonte. Auch heute bildet der Glaube einen festen Bestandteil ihres Lebens. Bevor sie 2004 in die Politik wechselte, arbeitete sie viele Jahre als Journalistin. In Brüssel vertrat sie zunächst die konservative EVP-Fraktion, bevor sie 2014 zur Ersten Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments gewählt wurde. Von 2020 bis 2024 bekleidete sie das Amt der EU-Kommissarin für Wirtschaft und Kapitaldienstleistungen.
Eine persönliche Glaubensgeschichte
In Gesprächen hat McGuinness mehrfach hervorgehoben, wie prägend ihr christlicher Hintergrund für ihr politisches Engagement ist. Die Werte der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit, die im Zentrum der christlichen Lehre stehen, bilden für sie eine wichtige Grundlage ihrer Arbeit. Dies erinnert an die Worte aus dem Galaterbrief:
„Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Galater 3,27-28, Luther 2017)Diese biblische Vision der Einheit in Christus kann als Inspiration für den interreligiösen Dialog dienen, den die neue Beauftragte fördern möchte.
Die Bedeutung des Amtes in schwierigen Zeiten
Die Position des Sonderbeauftragten für Religions- und Glaubensfreiheit außerhalb der EU wurde vor zehn Jahren eingerichtet, unter anderem als Reaktion auf die Verfolgung religiöser Minderheiten durch den sogenannten Islamischen Staat. Seitdem war die Stelle etwa die Hälfte der Zeit unbesetzt, was von verschiedenen Organisationen kritisiert wurde. Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) hatte sich wiederholt für eine rasche Besetzung ausgesprochen. In einer Zeit, in der religiöse Minderheiten in vielen Regionen der Welt weiterhin unter Verfolgung und Diskriminierung leiden, gewinnt dieses Amt besondere Relevanz.
Biblische Grundlagen der Religionsfreiheit
Die Achtung der Gewissens- und Religionsfreiheit findet sich bereits in biblischen Texten. Im Römerbrief heißt es:
„Wer bist du, dass du den Knecht eines andern richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten.“ (Römer 14,4, Luther 2017)Diese Passage unterstreicht die Bedeutung der persönlichen Glaubensüberzeugung und warnt vor voreiligen Verurteilungen. Ein weiterer wichtiger Bezugspunkt ist die goldene Regel aus dem Matthäusevangelium:
„Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matthäus 7,12, ELB)Diese grundlegende ethische Maxime kann auch im zwischenreligiösen Dialog als Orientierung dienen.
Reaktionen aus kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Kreisen
Die Ernennung von Mairead McGuinness wurde von verschiedenen Seiten begrüßt. Katrin Hatzinger, die Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Brüssel, bezeichnete die Wahl als „hervorragend“. Der Präsident von COMECE äußerte sich ebenfalls positiv und nannte die bisherige Zusammenarbeit mit McGuinness ein „Privileg“. Gleichzeitig gab es kritische Stimmen, die auf die lange Vakanz der Stelle und die begrenzten Befugnisse der Sonderbeauftragten hinwiesen. Die belgische Nichtregierungsorganisation „Human Rights Without Frontiers“ (HRWF) kritisierte, dass der Europäischen Kommission seit Langem der politische Wille fehle, die Religionsfreiheit außerhalb der EU wirksam zu verteidigen.
Die aktuelle Situation der Christen weltweit
Laut verschiedenen Menschenrechtsorganisationen sind Christen in zahlreichen Ländern weiterhin Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Dies betrifft nicht nur Regionen mit bewaffneten Konflikten, sondern auch Staaten, in denen religiöse Minderheiten gesetzlich benachteiligt werden. In diesem Zusammenhang erinnert der erste Petrusbrief an die Herausforderungen, denen Gläubige begegnen können:
„Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen.“ (1. Petrus 2,21, Luther 2017)Das Leiden Christi und der frühen Christen kann heutigen Gläubigen in schwierigen Situationen Trost und Orientierung bieten.
Die Aufgaben der neuen Beauftragten
Zu den Hauptaufgaben von Mairead McGuinness wird gehören, den Dialog mit religiösen Gemeinschaften außerhalb der EU zu pflegen und auf Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam zu machen. Sie soll auch Empfehlungen an die Europäische Kommission aussprechen, wie die Achtung der Glaubensfreiheit in der Außenpolitik der EU gestärkt werden kann. Dabei wird sie mit verschiedenen Direktoraten der Kommission zusammenarbeiten, insbesondere mit dem für Menschenrechte zuständigen Bereich. Die Herausforderungen sind vielfältig und reichen von der Unterstützung verfolgter religiöser Minderheiten bis hin zur Förderung des interreligiösen Dialogs in konfliktreichen Regionen.
Eine ökumenische Perspektive
Als Plattform, die verschiedene christliche Traditionen respektiert, betont EncuentraIglesias.com die Bedeutung einer ökumenischen Herangehensweise an Fragen der Religionsfreiheit. Die Einheit der Christen im Gebet und im Engagement für verfolgte Glaubensgeschwister ist ein wichtiges Zeugnis in einer zunehmend säkularisierten Welt. Der Epheserbrief ermutigt zu dieser Einheit:
„Seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ (Epheser 4,3, Luther 2017)Diese biblische Aufforderung kann Christen unterschiedlicher Konfessionen motivieren, gemeinsam für die Religionsfreiheit einzutreten.
Praktische Anwendung und Reflexion
Die Ernennung einer neuen EU-Beauftragten für Religionsfreiheit bietet Anlass, über die eigene Haltung zu religiöser Toleranz und Dialog nachzudenken. Christen sind aufgerufen, für verfolgte Glaubensgeschwister zu beten und sich, wo möglich, für ihre Rechte einzusetzen. Dies kann durch Unterstützung entsprechender Organisationen, durch politisches Engagement oder durch bewusstes Eintreten für Toleranz im eigenen Umfeld geschehen. Gleichzeitig erinnert die Bibel daran, dass wahre Freiheit letztlich in Christus zu finden ist:
„Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Galater 5,1, Luther 2017)Diese Freiheit umfasst auch die Möglichkeit, den eigenen Glauben ohne Furcht zu leben und zu bekennen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Besetzung der Stelle der Sonderbeauftragten für Religions- und Glaubensfreiheit außerhalb der EU ein wichtiger Schritt ist, der jedoch mit konkreten Maßnahmen und ausreichenden Ressourcen unterlegt werden muss. Die christliche Gemeinschaft weltweit wird die Arbeit von Mairead McGuinness mit Interesse und Gebet begleiten. In einer Zeit, in der Papst León XIV die katholische Kirche leitet und nach dem Heimgang von Papst Franziskus im April 2025 neue Akzente setzt, gewinnt der ökumenische Dialog zusätzliche Bedeutung. Möge der Geist der Einheit und des Friedens alle Bemühungen um Religionsfreiheit begleiten.
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