In einer Geste, die den Beginn seines petrinischen Dienstes markiert, hat Papst León XIV einen bedeutenden Besuch in Algerien durchgeführt, wo er sich an Behörden, Vertreter der Zivilgesellschaft und Mitglieder des diplomatischen Korps wandte. Diese Begegnung, die im Kongresszentrum Djamaa el Djazair in Algier stattfand, hallte als dringender Aufruf zum Frieden und zur Versöhnung in einer zerrissenen Welt wider.
Seit seiner Wahl im Mai 2025 als Nachfolger von Papst Franziskus, der im April desselben Jahres in das Haus des Vaters heimging, hat León XIV ein besonderes Engagement für Einheit und Dialog gezeigt. Sein Besuch in Algerien war nicht zufällig: Als geistlicher Sohn des heiligen Augustinus ist ihm dieses Land besonders lieb, nachdem er zuvor zweimal nach Annaba gepilgert war.
Das Herz der Botschaft: Uns als Familie begegnen
"Ich komme als Pilger des Friedens zu Ihnen", äußerte der Pontifex mit jener pastoralen Wärme, die seinen Dienst charakterisiert. Seine Worte hallten mit besonderer Kraft wider, als er bekräftigte: "Wir sind Brüder und Schwestern, weil wir denselben Vater im Himmel haben." Diese grundlegende Wahrheit des Christentums findet Widerhall im Brief des Paulus an die Epheser:
"Denn durch ihn [Christus] haben wir beide Zugang zum Vater in dem einen Geist. So seid ihr nun nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen" (Epheser 2:18-19, LUT).
Der Papst betonte, wie der tiefe religiöse Sinn des algerischen Volkes "das Geheimnis einer Kultur der Begegnung und der Versöhnung" darstellt. In einer Welt, in der Konfrontationen und Missverständnisse zunehmen, wird diese einfache Gewissheit – dass wir zu einer einzigen menschlichen Familie gehören – zum "Schlüssel, um viele verschlossene Türen zu öffnen".
Zeugnis der Hoffnung inmitten von Prüfungen
León XIV erkannte die Widerstandsfähigkeit des algerischen Volkes an, das "sich nie von Prüfungen besiegen ließ". Diese Stärke, so der Pontifex, wurzelt in wesentlichen Gemeinschaftswerten:
- Ein tiefes Gefühl der Solidarität, das das tägliche Leben durchwebt
- Eine Aufnahmefähigkeit, die Grenzen überschreitet
- Ein Engagement für die Gemeinschaft, das das Gemeinwohl priorisiert
"Sie sind die Starken, sie sind die Zukunft", bekräftigte er mit Bezug auf "Millionen bescheidener und gerechter Menschen", die sich weder von Macht noch Reichtum blenden lassen und die Würde ihrer Mitbürger nicht für persönliche oder Gruppeninteressen opfern.
Gastfreundschaft und Großzügigkeit: Werte, die Brücken bauen
Der Papst hob besonders die algerische Gastfreundschaft hervor, die sowohl in arabischen als auch berberischen Gemeinschaften tief verwurzelt ist. Diese "Haltung spiegelt eine heilige Pflicht wider, die wir überall als grundlegenden sozialen Wert finden möchten", bemerkte er.
Diese Großzügigkeit gegenüber Landsleuten und Ausländern gleichermaßen findet Widerhall in der Schrift:
"Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt" (Hebräer 13:2, LUT).
Die Praxis des Almosengebens (Sadaka), die in der algerischen Kultur üblich und natürlich ist, wurde als konkretes Beispiel dieser Offenheit für andere erwähnt. Der Pontifex sieht in diesen alltäglichen Gesten Samen der Versöhnung, die selbst auf den trockensten Böden des Misstrauens blühen können.
Ein prophetischer Aufruf angesichts globaler Herausforderungen
In seiner Ansprache ermutigte León XIV dazu, "Protagonisten eines neuen Geschichtsverlaufs" zu sein, insbesondere "angesichts fortgesetzter Verletzungen des Völkerrechts und neokolonialer Versuchungen". Dieser Aufruf zur historischen Verantwortung erinnert uns an die Worte des Micha:
"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott" (Micha 6:8, LUT).
Der Pontifex beschränkte sich nicht darauf, Ungerechtigkeiten anzuprangern, sondern lud alle ein, Brücken des Verständnisses und gegenseitigen Respekts zu bauen, und erinnerte daran, dass jede Person, unabhängig von Herkunft oder Glauben, eine unverletzliche Würde trägt, die anerkannt und geschützt werden muss.
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