Finanzstreit um kath.ch: Trägerverein fordert Rücknahme der Auflagen

Quelle: EncuentraIglesias Editorial

Der Trägerverein des Katholischen Medienzentrums Zürich hat die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) aufgefordert, ihre Finanzauflagen gegenüber dem Nachrichtenportal kath.ch zurückzunehmen. Bei der RKZ handelt es sich um den Zusammenschluss der kantonalen katholischen Landeskirchen. Der Schritt erfolgte am 29. April und zeigt die angespannte Lage zwischen den kirchlichen Gremien und dem Medienportal.

Finanzstreit um kath.ch: Trägerverein fordert Rücknahme der Auflagen

Das Medienzentrum ist nach eigenen Angaben nur bis Ende Juni 2026 finanziell gesichert. Die RKZ hatte im Dezember 2025 beschlossen, die zweite Tranche der Subventionen für das Jahr 2026 an bestimmte Bedingungen zu knüpfen. Insgesamt stehen für das laufende Jahr 1.183.200 Franken (ca. 1,29 Millionen Euro) zur Verfügung, aber nur die erste Jahreshälfte ist bisher garantiert. Betroffen ist ausschliesslich das Zürcher Zentrum; die Schwesterzentren in Lausanne und im Tessin sind von den Auflagen nicht betroffen.

Die geforderten Änderungen

Konkret verlangt die RKZ eine breitere Themenpalette und eine stärkere Vernetzung mit kirchlichen Institutionen. Die Themenauswahl solle „weniger klerikal“ und „gesellschaftlich breiter“ sein, wie Sabine Stalder, stellvertretende RKZ-Generalsekretärin, bei der Generalversammlung erläuterte. Diese Vorgaben stiessen jedoch auf heftige Kritik.

Robert Zemp von der Berner Landeskirche zeigte sich „entsetzt“. Er forderte mehr Transparenz: „Es muss ein Verbrechen im Raum sein, denn es ist nicht klar, was dem Medienzentrum vorgeworfen wird. Das ist eine Blackbox.“ Auch Cyrill Bischof, Vertreter der Landeskirche Thurgau und Präsident der zuständigen RKZ-Fachgruppe 2, räumte ein, die RKZ sei „vorangestürmt“. Die Schweizer Bischofskonferenz habe im Differenzbereinigungsverfahren jedoch zugestimmt.

Vorangegangene Krise

Bereits 2024 hatte das Medienzentrum eine schwere Krise durchlebt. Im Juni 2024 wurde der gesamte Vorstand ausgewechselt, nachdem die Schweizer Bischofskonferenz die Wahl der Journalistin Annalena Müller zur Co-Direktorin und Redaktionsleiterin von kath.ch nicht bestätigt hatte. Müller hatte in einem umstrittenen Beitrag die Jungfräulichkeit Mariens infrage gestellt und das Dogma der Jungfrauengeburt als „literarisches Konstrukt, das biologisch unmöglich ist“ bezeichnet.

Ihre Aussagen hatten weitreichende Folgen und führten zu einer Vertrauenskrise zwischen dem Medienportal und der kirchlichen Hierarchie. Die Bibel lehrt jedoch klar die jungfräuliche Geburt Jesu: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben“ (Jesaja 7,14, Luther 2017). Auch das Neue Testament bestätigt: „Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. … Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich doch von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (Lukas 1,31.34-35, Luther 2017).

Reaktionen und Forderungen

Urban Fink von der Inländischen Mission verlangte ein transparenteres Vorgehen. Als Mitglied könne er sich „übertölpelt“ vorkommen. „Ich hoffe, dass RKZ und SBK qualifizierte Entscheide treffen“, sagte er. Die Forderung nach Transparenz wird von vielen Seiten unterstützt. Der Trägerverein betont, dass die Auflagen die redaktionelle Unabhängigkeit gefährden könnten.

Biblische Perspektive auf Konflikte in der Gemeinde

Konflikte zwischen kirchlichen Institutionen und Medien sind nicht neu. Die Bibel ermutigt zu einem respektvollen und klärenden Umgang mit Differenzen: „Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen“ (Matthäus 18,15, Luther 2017). Dieser Grundsatz kann auch auf institutionelle Auseinandersetzungen angewendet werden: direkte Kommunikation und das Bemühen um Einheit sind zentral.

Paulus schreibt: „Ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch den Frieden, der euch zusammenhält“ (Epheser 4,2-3, Luther 2017). Diese Haltung ist besonders wichtig, wenn es um die Finanzierung von Medien geht, die der Verkündigung dienen sollen.

Ausblick und praktische Anwendung

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die RKZ und der Trägerverein einigen können. Für Christinnen und Christen ist dies eine Gelegenheit, über die Rolle von Medien in der Kirche nachzudenken. Wie können wir sicherstellen, dass kirchliche Medien sowohl unabhängig als auch im Einklang mit dem Glauben berichten? Welche biblischen Prinzipien leiten uns im Umgang mit Meinungsverschiedenheiten?

Wir sind eingeladen, für alle Beteiligten zu beten: „Ich ermahne nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitte und Danksagung tue für alle Menschen“ (1. Timotheus 2,1, Luther 2017). Möge der Herr Weisheit schenken, damit diese Auseinandersetzung zu einer Stärkung des Vertrauens und der Zusammenarbeit führt.


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Kommentare

Häufig gestellte Fragen

Warum fordert der Trägerverein die Rücknahme der Auflagen?
Der Trägerverein sieht die redaktionelle Unabhängigkeit des Portals gefährdet und kritisiert mangelnde Transparenz bei den Entscheidungen der RKZ.
Welche Auflagen hat die RKZ gestellt?
Die RKZ verlangt eine breitere Themenpalette und stärkere Vernetzung mit kirchlichen Institutionen, um die Berichterstattung weniger klerikal und gesellschaftlich breiter zu gestalten.
Was sagt die Bibel zu Konflikten in der Kirche?
Die Bibel ruft zur Einheit und zum respektvollen Umgang auf: 'Ertragt einander in Liebe' (Epheser 4,2) und 'Geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen' (Matthäus 18,15).
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