Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen: Ein ökumenischer Brückenschlag seit 1926

Quelle: EncuentraIglesias Editorial

Im Jahr 1926 entstand in Berlin eine besondere kirchliche Gemeinschaft, die bis heute wirkt: die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Diese Dachorganisation versteht sich als ältester ökumenischer Zusammenschluss in Deutschland und feierte kürzlich ihr hundertjähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung in der Hauptstadt, die auch digital übertragen wurde. Die VEF vereint verschiedene freikirchliche Traditionen unter einem Dach und schafft damit einen Raum für Dialog und gemeinsames Handeln. In einer Zeit, in der die christliche Gemeinschaft weltweit Herausforderungen begegnet – wie dem Heimgang von Papst Franziskus im April 2025 und der Wahl von Papst León XIV im Mai desselben Jahres – gewinnt das Streben nach Einheit unter Christen besondere Bedeutung. Die Bibel ermutigt uns dazu: „Seid darauf bedacht, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ (Epheser 4,3, Luther 2017).

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen: Ein ökumenischer Brückenschlag seit 1926

Die vielfältige Mitgliedschaft der VEF

Fünfzehn Mitgliedskirchen bilden das Herzstück der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Zu ihnen zählen die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden (AMG), der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und der Bund Freier evangelischer Gemeinden Deutschland (BFeG). Ebenso sind der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), die Evangelisch-Methodistische Kirche (EMK) und die Heilsarmee vertreten. Weitere Mitglieder sind die Kirche des Nazareners, der Mülheimer Verband, die Gemeinde Gottes und der Freikirchliche Bund der Gemeinde Gottes (FBGG). Die Anskar Kirche, Foursquare Deutschland und die Apostolische Gemeinschaft runden die Liste ab. Zudem haben die Evangelische Brüder-Unität der Herrnhuter Brüdergemeine und die Siebenten-Tags-Adventisten Gaststatus. Diese bunte Gemeinschaft spiegelt die reiche Vielfalt des christlichen Glaubens in Deutschland wider und zeigt, wie unterschiedliche Traditionen gemeinsam für das Evangelium eintreten können.

Aufgaben und Ziele der Dachorganisation

Präsident Marc Brenner betonte kürzlich, dass es eine Kernaufgabe der VEF sei, „auf die Freikirchen aufmerksam zu machen“. Darüber hinaus pflegt die Vereinigung regelmäßige Gespräche mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und strebt einen vertieften Dialog mit der Deutschen Bischofskonferenz an. Solche ökumenischen Begegnungen entsprechen dem biblischen Auftrag, wie es in Römer 12,18 (ELB) heißt: „Wenn möglich, soviel an euch liegt, lebt mit allen Menschen in Frieden!“ Die VEF fördert auch den Austausch zwischen den Freikirchen selbst durch regelmäßige Treffen und Arbeitsgemeinschaften zu Themen wie Theologie, gesellschaftlicher Verantwortung und Kinderschutz. Damit dient sie als wichtige Stimme in kirchlichen und gesellschaftlichen Debatten.

Vernetzung in Medien und Politik

Neben der innerkirchlichen Arbeit sucht die VEF aktiv den Kontakt zu Medien und politischen Entscheidungsträgern. Zu diesem Zweck beschäftigt sie zwei Beauftragte: einen für den politischen Bereich, besetzt durch den FeG-Pastor Konstantin von Abendroth, und einen für den Medienbereich. Diese Positionen unterstreichen den Willen, christliche Perspektiven in öffentliche Diskurse einzubringen. In einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels ist es wichtig, dass die Kirche als Salz und Licht wirkt, wie Jesus in der Bergpredigt lehrt: „Ihr seid das Salz der Erde. [...] Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matthäus 5,13-14, Luther 2017). Die VEF hilft dabei, diese Berufung gemeinsam und wirkungsvoll zu leben.

Eine Einladung zur ökumenischen Gastfreundschaft

Die Arbeit der Vereinigung Evangelischer Freikirchen erinnert uns an die Kraft der christlichen Gemeinschaft über konfessionelle Grenzen hinweg. In einer Welt, die oft von Spaltung geprägt ist, kann die Kirche ein Zeichen der Versöhnung setzen. Wie könnten Sie in Ihrer eigenen Gemeinde oder Ihrem persönlichen Umfeld Brücken zu anderen Christen bauen? Vielleicht durch ein gemeinsames Gebetstreffen, einen Bibelkreis oder einfach durch ein offenes Gespräch über den Glauben. Denken Sie daran: „Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied.“ (Römer 12,4-5, Luther 2017). Möge diese Einsicht unser Handeln leiten.


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Häufig gestellte Fragen

Welche Bedeutung hat die VEF für den ökumenischen Dialog?
Die VEF dient als wichtige Brücke zwischen Freikirchen sowie zu Landeskirchen und der katholischen Kirche, fördert den Austausch und gemeinsames Handeln im Sinne christlicher Einheit.
Wie viele Mitgliedskirchen hat die Vereinigung Evangelischer Freikirchen?
Die VEF umfasst 15 Vollmitglieder und zwei Gastmitglieder, darunter Mennoniten, Baptisten, Pfingstgemeinden und die Heilsarmee.
Welche biblische Grundlage hat die ökumenische Arbeit der VEF?
Die Arbeit orientiert sich an Bibelstellen wie Epheser 4,3, die zur Einheit im Geist aufrufen, und Römer 12,18, die zum Frieden mit allen Menschen ermutigt.
← Zurück zu Glaube und Leben Mehr in Christliche Nachrichten