Auf dem Weg des christlichen Glaubens gibt es grundlegende Wahrheiten, die allem, was wir glauben und leben, Sinn geben. Unter ihnen nimmt die Lehre von Gott als Dreifaltigkeit einen zentralen Platz ein. Es handelt sich nicht um eine komplizierte Formel oder ein abstraktes Konzept, sondern um die tiefste Offenbarung dessen, wer Gott ist und wie Er sich zu uns in Beziehung setzt. Diese Wahrheit spricht von einem Gott, der Gemeinschaft ist, Liebe in Aktion und ewige Beziehung.
Seit den ersten Jahrhunderten haben Gläubige diesen Glauben durch Bekenntnisse wie das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Nizänische Glaubensbekenntnis ausgedrückt. Diese Erklärungen sind keine bloßen Wiederholungen, sondern verbinden uns mit dem Glauben derer, die vor uns gegangen sind, und halten die Flamme der evangelischen Wahrheit lebendig.
Ein Gott in drei Personen
Wenn wir sagen, dass wir an einen Gott in drei Personen glauben, bekennen wir etwas Wunderbares: Gott ist nicht einsam, sondern in seinem Wesen selbst gibt es vollkommene Gemeinschaft. Vater, Sohn und Heiliger Geist teilen dieselbe göttliche Natur, sind in ihren Beziehungen unterschieden, aber eins im Wesen und im Willen.
Der Vater ist die Quelle aller Liebe und Barmherzigkeit, wie uns Epheser 1:3-6 in Erinnerung ruft: "Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus. [...] Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft durch Jesus Christus".
Der Sohn, Jesus Christus, ist Gott, der Mensch geworden ist, um uns das Antlitz des Vaters zu offenbaren und uns den Weg des Heils zu öffnen. In Johannes 14:9 sagt Jesus selbst: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen". Sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung sind das Zentrum unserer Hoffnung.
Der Heilige Geist ist derjenige, der uns leitet, tröstet und stärkt auf unserem täglichen Weg. Wie Jesus in Johannes 14:26 versprochen hat: "Aber der Beistand, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe".
Maria: Ein Vorbild des Glaubens und des Gehorsams
In der Heilsgeschichte nimmt Maria einen besonderen Platz als Mutter Jesu und Vorbild der Nachfolge ein. Ihre Antwort an den Engel Gabriel —"Mir geschehe nach deinem Wort" (Lukas 1:38)— zeigt uns, was es bedeutet, Gott vollkommen zu vertrauen. Sie ist kein Gegenstand der Anbetung, denn die Anbetung gebührt Gott allein, aber ihr Leben inspiriert uns, in unseren eigenen Umständen "ja" zum göttlichen Willen zu sagen.
Die Marienverehrung, wenn sie richtig verstanden wird, führt uns immer zu Jesus. Wie sie selbst bei der Hochzeit zu Kana sagte: "Was er euch sagt, das tut" (Johannes 2:5). Ihr Beispiel lehrt uns, auf Christus zu hören, ihm zu gehorchen und ihm mit einem offenen Herzen zu folgen.
Die Kirche: Dreifaltige Gemeinschaft
Der Glaube an die Dreifaltigkeit ist nicht nur eine Lehre, an die man glaubt, sondern eine Wirklichkeit, die in Gemeinschaft gelebt wird. Die Kirche als Leib Christi ist berufen, jene Gemeinschaft der Liebe widerzuspiegeln, die zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist besteht. Wir werden getauft "auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matthäus 28:19), und dieses unauslöschliche Zeichen prägt uns als Familie Gottes.
Die Sakramente, besonders die Eucharistie, verbinden uns tiefer mit Gott und untereinander. Das Wort Gottes nährt uns, und die apostolische Tradition leitet uns, immer im Licht des Heiligen Geistes. In einer von Spaltung geprägten Welt ist die Kirche berufen, ein Zeichen der Einheit zu sein, wie Jesus gebetet hat: "Damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast" (Johannes 17:21).
Den dreifaltigen Glauben heute leben
An die Dreifaltigkeit zu glauben, verwandelt unsere Art zu beten, uns zu beziehen und zu dienen. Unser Gebet richtet sich an den Vater, durch den Sohn, in der Einheit des Heiligen Geistes. Unsere Beziehungen suchen die gegenseitige Liebe widerzuspiegeln, die zwischen den göttlichen Personen besteht. Und unser Dienst am Nächsten wird zum Ausdruck der dreifaltigen Liebe, die wir unverdient empfangen haben.
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