Iran: EKD-Auslandsbischof warnt vor wachsendem Druck auf Christen

Quelle: Jesus.de

EKD-Auslandsbischof Frank Kopania sieht Christen im Iran angesichts der militärischen Eskalation besonders gefährdet. Internationale Kontakte könnten sie schnell zum Ziel staatlicher Repression machen.

Iran: EKD-Auslandsbischof warnt vor wachsendem Druck auf Christen

epd: Wie wirkt sich der aktuelle Konflikt mit den USA und Israel konkret auf den Alltag von Christinnen und Christen im Iran aus?

Auslandsbischof Frank Kopania: Religiöse Minderheiten, darunter auch Christinnen und Christen, befinden sich im Iran seit Jahren in einer vulnerablen Lage. In Zeiten außenpolitischer Eskalation nehmen staatliche Kontrolle und sicherheitsbezogene Maßnahmen erfahrungsgemäß für die ganze Bevölkerung zu – und für Minderheiten in besonderem Maße. Gerade in dieser Situation sind familiäre und nachbarschaftliche Netzwerke besonders wichtig. Auch im Umfeld der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Teheran steht die gegenseitige Unterstützung im Vordergrund, unabhängig von politischer oder religiöser Überzeugung.

„Spione des Westens“

Inwiefern werden insbesondere Konvertiten und evangelikale Christen nach den jüngsten Militärschlägen noch stärker als „Sicherheitsrisiko“ oder gar als „Spione des Westens“ stigmatisiert?

Auch wenn das Christentum im Iran eine offiziell anerkannte Religion ist, steht Konversion vom Islam unter Strafe. Christliche Gruppen mit internationalen Kontakten geraten leicht in Generalverdacht einer Nähe zu außenpolitischen Feinden. In Phasen internationaler Zuspitzung besteht die Gefahr, dass solche Narrative an Schärfe gewinnen und Institutionen sowie Personen verstärkt zu Zielscheiben staatlicher Repression werden.

Was erwarten die Kirchen jetzt konkret von westlichen Regierungen?

Angesichts der jüngsten gegenseitigen Angriffe rufen wir eindringlich dazu auf, die Gewaltspirale aus Schlag und Gegenschlag zu durchbrechen. Der Schutz der Zivilbevölkerung, Deeskalation und das Suchen politischer Lösungen ist das Gebot der Stunde.

Frank Kopania ist Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Leiter der Abteilung Ökumene und Auslandsarbeit.

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Häufig gestellte Fragen

Wie wirkt sich die militärische Eskalation im Iran auf Christen aus?
Laut EKD-Auslandsbischof Frank Kopania nehmen staatliche Kontrolle und Repression für religiöse Minderheiten in Krisenzeiten zu, weshalb Christen besonders gefährdet sind.
Warum gelten Christen im Iran als Sicherheitsrisiko oder Spione?
Christliche Gruppen mit internationalen Kontakten geraten in Generalverdacht, besonders in Phasen außenpolitischer Spannungen, da Konversion vom Islam unter Strafe steht.
Was fordert die EKD von westlichen Regierungen angesichts der Lage?
Die EKD ruft dazu auf, die Gewaltspirale zu durchbrechen, Zivilbevölkerung zu schützen und politische Lösungen zu suchen.
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