Volker Wissing, ehemaliger Bundesverkehrsminister und einst FDP-Generalsekretär, blickt auf eine besondere Erfahrung zurück: das Erlernen des Orgelspiels. In einem Gespräch mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bezeichnete er diese Zeit als eine der wertvollsten seines Lebens. Dabei war es eher ein Zufall, dass er überhaupt zur Orgel fand. Als Jugendlicher nahm er zunächst Klavierstunden, doch als sein Lehrer ausfiel, schlug sein Vater, der in der Kirche engagiert war, die Orgel als Alternative vor. Wissing besuchte daraufhin ein kirchenmusikalisches Seminar und spielt bis heute gelegentlich dieses Instrument.
Diese Erfahrung zeigt, wie Gott oft unerwartete Wege nutzt, um uns zu führen. Die Bibel erinnert uns daran: „Des Menschen Herz plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seinen Schritt“ (Sprüche 16,9, Luther 2017). Wissings Weg zur Orgel war kein Zufall, sondern eine Fügung, die sein Leben bereicherte.
Glaube und Politik: Eine untrennbare Verbindung
Im Rahmen der Gesprächsreihe „Treffpunkt Gendarmenmarkt“ sprach Wissing gemeinsam mit der EKD-Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich über sein Buch „Verantwortung“, das im April erschien. Darin beschreibt er, wie er 2024 mit seiner Partei brach und welche Rolle sein christlicher Glaube dabei spielte. Wissing betonte, dass er das Buch vor allem als Christ geschrieben habe, nicht als Jurist oder Politiker – auch wenn alle drei Aspekte zusammengehören.
Seine Liebe zum Grundgesetz begründet er damit, dass es die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stelle – genau das sei auch der Kern der christlichen Botschaft. „Ich wünsche mir, dass wir den Wert eines jeden Einzelnen erkennen“, sagte Wissing. Diese Haltung spiegelt das biblische Gebot wider: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Markus 12,31, ELB).
Warnung vor den Gefahren sozialer Medien
Wissing äußerte sich auch besorgt über die Macht der Tech-Giganten und sozialen Medien. Diese hätten ein Interesse an Disruption und lebten davon, dass Nutzer sich empörten. Eine solche Empörungsgesellschaft könne die Demokratie zerstören. „Jeder Einzelne muss seinen Beitrag zum Erhalt der Demokratie leisten“, forderte er. Als Protestant mache ihm jedoch das Wissen um die Kraft des Einzelnen Mut, wie es der Reformator Martin Luther vorgelebt habe.
Die Bibel warnt ebenfalls vor den Gefahren der Spaltung und der Zunge: „So auch die Zunge: Sie ist ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an!“ (Jakobus 3,5, Luther 2017). In einer Zeit der digitalen Empörung ist diese Mahnung aktueller denn je.
Die Bedeutung von Musik und Stille im Glauben
Das Orgelspiel hat Wissing nicht nur musikalisch, sondern auch geistlich geprägt. Die Orgel wird oft als „Königin der Instrumente“ bezeichnet und hat in der Kirchenmusik eine lange Tradition. Sie lädt zur Besinnung ein und schafft Raum für Gebet und Meditation. Auch in der Bibel spielt Musik eine zentrale Rolle: „Lobt den HERRN mit Harfe, mit Harfe und mit Psalmen!“ (Psalm 33,2, ELB).
Wissing selbst sagte, dass die Orgel ihm half, zur Ruhe zu kommen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In einer hektischen Welt kann die Musik ein Weg sein, Gott zu begegnen und neue Kraft zu schöpfen.
Praktische Anwendung: Wie können wir unseren Glauben im Alltag leben?
Wissings Beispiel zeigt, dass Glaube nicht auf den Sonntag beschränkt ist, sondern den Alltag durchdringen kann – sei es in der Politik, im Beruf oder in der Freizeit. Fragen zur Reflexion: Wo erleben Sie Gottes Führung in Ihrem Leben? Wie können Sie Ihre Talente – ob Musik, Sprache oder andere Gaben – einsetzen, um anderen zu dienen? Der Apostel Paulus ermutigt: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als für den Herrn und nicht für Menschen“ (Kolosser 3,23, Luther 2017).
Nehmen Sie sich bewusst Zeit für Stille und Musik, um Gott zu begegnen. Vielleicht entdecken auch Sie eine unerwartete Leidenschaft, die Ihren Glauben vertieft.
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