Argentinien: Die Kirche reagiert auf die Krise in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Fuente: EncuentraIglesias Editorial

In Argentinien stehen zahlreiche Einrichtungen, die sich der Betreuung von Menschen mit Behinderungen widmen, vor großen Schwierigkeiten. Darunter befindet sich das Don-Orione-Werk, das durch seine als Cottolengo bezeichneten Strukturen eine Krise bewältigen muss, die die Kontinuität wesentlicher Dienstleistungen gefährdet. Pater Aníbal Quevedo, der für diesen Bereich verantwortlich ist, beschreibt ein komplexes Bild, bei dem die Nichteinhaltung bestehender Gesetze durch die nationale Regierung ernste Auswirkungen hat.

Argentinien: Die Kirche reagiert auf die Krise in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Der rechtliche Rahmen und seine Schwierigkeiten

Das Gesetz 24.901 legt klare Verantwortlichkeiten für soziale Einrichtungen fest, doch seine Einhaltung erscheint heute problematisch. Das Regierungsprogramm "Incluir Salud", das ein Sicherheitsnetz gewährleisten soll, zeigt Verzögerungen bei Zahlungen und Unterbrechungen bei der Bereitstellung von Grundgütern wie Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln. Diese Situation betrifft nicht nur bürokratische Aspekte, sondern berührt direkt das Leben vulnerabler Menschen.

Konkrete Folgen für die Gemeinschaften

Das Don-Orione-Werk betreibt zwölf Einrichtungen im ganzen Land und bietet etwa zwölfhundert Bewohnern Unterkunft. Die daraus resultierende Finanzkrise hat eine doppelte Wirkung: Einerseits sehen Menschen mit Behinderungen die Garantien für ihre Gesundheit und Würde schwinden; andererseits stehen über tausend Mitarbeiter, die ihre Professionalität diesem Dienst widmen, vor Unsicherheiten bezüglich der Regelmäßigkeit ihrer Vergütung. In einer gemeinnützigen Organisation ist jede Ressource auf die Mission ausgerichtet, und ihr Mangel untergräbt die Grundlagen des Werkes selbst.

Die Antwort der christlichen Gemeinschaft

In diesem Szenario ist die Kirche in Argentinien nicht still geblieben. Ein bedeutendes Zeichen wurde während des Oster-Triduums gesetzt, als Bischof Marcelo Colombo, Präsident der Argentinischen Bischofskonferenz, die Feier des Gründonnerstags in der Pfarrei Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel in Mendoza leitete. Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Don-Orione-Werk organisiert wurde, sah die aktive Teilnahme der Bewohner des örtlichen Cottolengo, die in die Fußwaschungsliturgie einbezogen wurden.

"Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen" (Mt 5,7 EÜ).

Diese sakramentale Geste nahm eine tiefe Bedeutung an und wurde zu einem Symbol der Gemeinschaft und Aufmerksamkeit gegenüber den Schwächsten. Es handelte sich nicht um eine bloße Zeremonie, sondern um ein konkretes Zeugnis dafür, wie sich Glaube in Nähe und gegenseitige Unterstützung übersetzt.

Die biblische Perspektive auf die Fürsorge für den Nächsten

Die Heilige Schrift bietet uns zahlreiche Anregungen, über unsere Verantwortung gegenüber den Schwächsten nachzudenken. Das Buch Levitikus erinnert uns:

"Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen; du sollst dich vor deinem Gott fürchten. Ich bin der Herr" (Lev 19,14 EÜ).
Dieses Gebot geht über ein einfaches "keinen Schaden zufügen" hinaus; es impliziert eine aktive Haltung des Schutzes und der Beseitigung von Hindernissen, die ein erfülltes Leben verhindern. Ebenso betont der Apostel Jakobus im Neuen Testament:
"Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht darin: für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind, und sich vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren" (Jak 1,27 EÜ).
Das "Sorgen", von dem Jakobus spricht, ist kein formeller Akt, sondern ein Engagement, konkrete Bedürfnisse zu übernehmen.

Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung

Der von Pater Quevedo aufgezeigte Weg zur Überwindung dieser Sackgasse ist klar und basiert auf dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit: das bestehende Gesetz respektieren und die fälligen Zahlungen an alle Einrichtungen garantieren, die Menschen mit Behinderungen betreuen. Dies ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern ein ethisches Gebot, das eine reife Gesellschaft nicht umgehen kann. Die aktuelle Krise fordert nicht nur die öffentlichen Institutionen heraus, sondern die gesamte nationale Gemeinschaft, die aufgerufen ist, den Wert der Solidarität und sozialen Gerechtigkeit wiederzuentdecken.


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