Im hohen Alter von 92 Jahren wagte sich Ordensschwester Irmingard aus dem Dominikanerorden der Schwestern der heiligen Katharina an eine kulinarische Premiere: Sie aß zum ersten Mal in ihrem Leben einen Döner. Begleitet wurde sie von ihrer 89-jährigen Mitschwester Hildegunde, die ebenfalls zum ersten Mal dieses Gericht probierte. Die Begeisterung war groß: „Ich bin ganz begeistert“, sagte Schwester Irmingard und vergaß für einen Moment sogar ihr Alter. Als sie meinte, sie sei 82, korrigierte sie eine Mitschwester liebevoll: „Du bist 92.“ Dieser heitere Moment wurde von einer jüngeren Mitschwester auf dem Instagram-Kanal der Gemeinschaft geteilt und ging viral.
Der Döner als Symbol für Offenheit und Lebensfreude
Die Geschichte der beiden Schwestern zeigt, dass Neugier und Lebensfreude keine Altersgrenzen kennen. Der Döner, der in Deutschland längst zu einem beliebten Gericht geworden ist, war für die beiden Ordensfrauen eine völlig neue Erfahrung. „Es hat mir richtig gut geschmeckt“, freute sich Schwester Hildegunde. Dieser Moment erinnert an die biblische Aufforderung, das Leben in seiner Fülle zu genießen. Jesus sagt in Johannes 10,10 (Luther 2017): „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.“ Die Bereitschaft, Neues zu entdecken, selbst im hohen Alter, ist ein Ausdruck dieser Fülle.
Die Reaktionen in den sozialen Medien
Das Video der Schwestern verbreitete sich rasant auf Instagram und erntete zahlreiche positive Kommentare. Viele Nutzer zeigten sich gerührt von der kindlichen Freude und der Bescheidenheit der beiden Frauen. In einer Zeit, in der oft das Trennende betont wird, bietet diese Geschichte einen erfrischenden Gegenpol. Sie zeigt, wie Glaube und Alltag miteinander verbunden werden können – ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit einem Lächeln.
Demut und Gemeinschaft: Werte des Ordenslebens
Der Orden der Schwestern der heiligen Katharina, der zum Dominikanerorden gehört, legt Wert auf Gemeinschaft, Gebet und Dienst. Die Episode mit dem Döner unterstreicht, dass Ordensleben nicht weltfremd ist, sondern mitten im Leben stattfindet. Die Schwestern zeigen eine erfrischende Natürlichkeit, die viele Menschen anspricht. In Philipper 2,3 (ELB) heißt es: „Tut nichts aus Eigennutz oder eitlem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.“ Die Schwestern praktizieren diese Demut, indem sie sich über kleine Freuden des Alltags freuen und diese mit anderen teilen.
Ein Beispiel für generationenübergreifenden Austausch
Die jüngere Mitschwester, die das Video aufnahm, zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen den Generationen im Orden ist. Ältere Schwestern bringen Weisheit und Erfahrung ein, jüngere Schwestern hingegen neue Perspektiven und moderne Medienkompetenz. Diese gegenseitige Bereicherung ist ein Vorbild für alle christlichen Gemeinschaften. Der Psalm 71,18 (Luther 2017) drückt dies aus: „Auch bis ins hohe Alter, Gott, verlass mich nicht, bis ich deinen Arm verkündige dieser Generation, deine Stärke allen, die kommen werden.“
Praktische Anwendung: Freude an kleinen Dingen im Alltag
Die Geschichte der Schwestern lädt uns ein, über unseren eigenen Alltag nachzudenken. Wie oft verschließen wir uns vor neuen Erfahrungen aus Bequemlichkeit oder Angst? Dabei kann gerade das Ausprobieren neuer Dinge – sei es ein Gericht, ein Hobby oder eine Begegnung – unser Leben bereichern. Der Apostel Paulus ermutigt in 1. Thessalonicher 5,16-18 (ELB): „Freut euch allezeit! Betet ohne Unterlass! Seid dankbar in allen Dingen!“ Diese Dankbarkeit für die kleinen Freuden ist eine Haltung, die wir von den Schwestern lernen können.
Reflexionsfrage für den Leser
Wann haben Sie zuletzt etwas zum ersten Mal ausprobiert? Welche neuen Erfahrungen könnten Sie in Ihrem Leben willkommen heißen, um Gottes Schöpfung in ihrer Vielfalt zu genießen? Vielleicht ist es ein neues Rezept, ein Spaziergang in einem unbekannten Stadtteil oder ein Gespräch mit einem Menschen, der anders denkt. Die Schwestern Irmingard und Hildegunde zeigen uns: Es ist nie zu spät, das Leben mit offenen Armen zu umarmen.
„Freut euch in dem Herrn allezeit! Und abermals sage ich: Freut euch!“ (Philipper 4,4, Luther 2017)
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