Wie der heutige Papst Leo XIV. vor 24 Jahren zu Frieden aufrief

Quelle: EncuentraIglesias Editorial

Im September 2001 erschütterten die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon die Welt. Inmitten der allgemeinen Bestürzung und der Rufe nach Vergeltung erhob der damalige Augustiner-Generalprior Robert Prevost – der heutige Papst Leo XIV. – seine Stimme. In einer Predigt am 21. September 2001 in Rom sprach er sich entschieden gegen Vergeltungsschläge aus und rief stattdessen zu Frieden und Versöhnung auf. Diese Predigt ist nun in einem Buch mit bislang unveröffentlichten Texten des Papstes veröffentlicht worden.

Wie der heutige Papst Leo XIV. vor 24 Jahren zu Frieden aufrief

Die Worte von Papst Leo XIV. aus jener Zeit sind auch heute noch von großer Aktualität. Sie erinnern uns daran, dass Christen in Zeiten der Krise nicht dem Ruf nach Rache folgen sollen, sondern dem Beispiel Jesu Christi, der uns lehrt, unsere Feinde zu lieben und für die zu beten, die uns verfolgen.

Der biblische Auftrag zum Frieden

Die Bibel spricht immer wieder von der Bedeutung des Friedens. Schon im Alten Testament lesen wir: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15, Luther 2017). Jesus selbst sagt in der Bergpredigt: „Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9, Luther 2017). Der Apostel Paulus ermahnt die Gemeinde in Rom: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Römer 12,21, Luther 2017).

Diese Worte sind nicht nur fromme Ideale, sondern konkrete Handlungsanweisungen für das Leben der Christen. Papst Leo XIV. hat dies in seiner Predigt deutlich gemacht: Vergeltung führt nicht zu dauerhaftem Frieden, sondern schafft nur neue Gewalt. Stattdessen sind Christen aufgerufen, Brücken der Versöhnung zu bauen und in ihrem Umfeld Frieden zu stiften.

Die Bedeutung der Vergebung

Ein zentraler Aspekt der christlichen Friedensbotschaft ist die Vergebung. Jesus lehrt uns im Vaterunser: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ (Matthäus 6,12, Luther 2017). Vergebung ist nicht leicht, besonders wenn das erlittene Unrecht groß ist. Doch sie ist der einzige Weg, den Kreislauf von Gewalt und Vergeltung zu durchbrechen.

Papst Leo XIV. hat in seiner Predigt betont, dass wahre Stärke nicht in der Vergeltung liegt, sondern in der Fähigkeit zu vergeben. Dies entspricht dem Vorbild Jesu, der am Kreuz für seine Peiniger betete: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34, Luther 2017).

Vergebung als Akt der Befreiung

Vergebung befreit nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst. Wenn wir an Groll und Bitterkeit festhalten, werden wir selbst gefangen. Indem wir vergeben, öffnen wir uns für Gottes Frieden und werden frei, um in Liebe und Versöhnung zu leben. Der Apostel Paulus schreibt: „Ertrage einer den anderen und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kolosser 3,13, ELB).

Die Rolle der Kirche in Zeiten des Konflikts

Die Kirche ist als Gemeinschaft der Gläubigen dazu berufen, ein Zeichen des Friedens in der Welt zu sein. In Zeiten von Krieg und Terror ist sie aufgerufen, prophetisch zu sprechen und den Weg der Gewaltlosigkeit zu weisen. Papst Leo XIV. hat dies in seiner Predigt getan und damit ein starkes Zeichen gesetzt.

Die Kirche kann aber auch konkret helfen, indem sie Räume der Begegnung und des Dialogs schafft, in denen Versöhnung möglich wird. Sie kann sich für Gerechtigkeit einsetzen und die Opfer von Gewalt unterstützen. Gleichzeitig muss sie immer wieder an die Botschaft Jesu erinnern, die eine Botschaft des Friedens ist.

Praktische Anwendung für heute

Was können wir aus der Predigt von Papst Leo XIV. für unser eigenes Leben lernen? Zunächst einmal sind wir aufgefordert, in unserem persönlichen Umfeld Frieden zu stiften. Das kann bedeuten, Konflikte in der Familie oder am Arbeitsplatz nicht eskalieren zu lassen, sondern nach Lösungen zu suchen, die für alle Beteiligten gut sind.

Zweitens sollten wir uns bewusst machen, dass Vergeltung und Rache keine christlichen Werte sind. Wenn uns Unrecht widerfährt, dürfen wir uns wehren und für Gerechtigkeit eintreten, aber immer in der Haltung der Liebe und des Respekts vor dem anderen.

Drittens können wir für den Frieden in der Welt beten. Das Gebet ist eine mächtige Waffe, die uns mit Gott verbindet und uns Kraft gibt. Beten wir für die Opfer von Gewalt, für diejenigen, die in Konflikten leben, und für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, dass sie Wege des Friedens finden.

Abschließend möchten wir Sie einladen, über folgende Frage nachzudenken: In welchen Bereichen Ihres Lebens könnten Sie mehr Frieden stiften, und wie können Sie dazu beitragen, dass Versöhnung und Vergebung wachsen?


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Häufig gestellte Fragen

Warum sprach sich Papst Leo XIV. gegen Vergeltung aus?
Papst Leo XIV. folgte dem biblischen Gebot der Feindesliebe und Vergebung. Er war überzeugt, dass Vergeltung nur neue Gewalt erzeugt und dass Christen stattdessen Frieden und Versöhnung suchen sollen.
Was sagt die Bibel zum Thema Frieden?
Die Bibel ruft immer wieder zum Frieden auf, z.B. in Psalm 34,15: 'Suche Frieden und jage ihm nach!' und in Matthäus 5,9: 'Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.' Jesus lehrt uns, unsere Feinde zu lieben und für sie zu beten.
Wie kann ich persönlich zum Frieden beitragen?
Beginnen Sie in Ihrem eigenen Umfeld: Vergeben Sie, wo Ihnen Unrecht getan wurde, suchen Sie den Dialog und beten Sie für die Opfer von Gewalt. Engagieren Sie sich in Ihrer Gemeinde für Friedensprojekte.
← Zurück zu Glaube und Leben Mehr in Gemeindeleben