100 Jahre Vatikanverlag: Papst León XIV. würdigt treuen Dienst an der Verkündigung

Quelle: EncuentraIglesias Editorial

Am vergangenen Donnerstag feierte die Libreria Editrice Vaticana (LEV) ihr 100-jähriges Bestehen als eigenständiger Verlag. Papst León XIV. empfing die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem festlichen Empfang und würdigte ihren unermüdlichen Einsatz. Der Verlag habe unter neun Päpsten die Lehren der Kirche verbreitet und damit wesentlich zur Verkündigung des Evangeliums beigetragen, so der Heilige Vater. Er dankte allen Beteiligten für ihre Treue und ihre Arbeit, die weit über das bloße Verlegen von Büchern hinausgehe.

100 Jahre Vatikanverlag: Papst León XIV. würdigt treuen Dienst an der Verkündigung

Die LEV ist weit mehr als ein gewöhnlicher Verlag. Sie versteht sich als Dienstleisterin für die weltweite Kirche und bringt die Texte des Lehramts in viele Sprachen. Von päpstlichen Enzykliken über liturgische Bücher bis hin zu theologischen Werken – die Bandbreite ist enorm. In einer Zeit, in der die Medienlandschaft sich rasant verändert, bleibt die LEV ein verlässlicher Anker für die authentische Überlieferung des Glaubens.

Von der Druckerei zum eigenständigen Verlag

Die Geschichte der Libreria Editrice Vaticana reicht weit zurück. Ursprünglich war sie Teil der Vatikandruckerei, die bereits 1587 gegründet wurde. Diese Druckerei war jahrhundertelang für die Herstellung offizieller Dokumente des Heiligen Stuhls zuständig. Erst im Jahr 1926 wurde die LEV als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Seither ist sie organisatorisch dem Dikasterium für die Kommunikation unterstellt und arbeitet eng mit den vatikanischen Behörden zusammen.

Diese Verselbstständigung war ein wichtiger Schritt. Sie ermöglichte es dem Verlag, flexibler zu agieren und sich auf die Herausforderungen der modernen Publikationswelt einzustellen. Gleichzeitig blieb die enge Bindung an den Heiligen Stuhl erhalten. Die LEV ist kein profitorientiertes Unternehmen, sondern versteht ihre Arbeit als Dienst an der Kirche und an der Verbreitung des Glaubens. Das unterscheidet sie von vielen anderen Verlagen.

Die Aufgaben der Libreria Editrice Vaticana

Die Hauptaufgabe der LEV ist die Herausgabe und Verbreitung der offiziellen Texte des kirchlichen Lehramts. Dazu gehören die Schriften der Päpste, Dokumente der vatikanischen Kongregationen sowie liturgische Bücher. Aber auch theologische Studien, religiöse Kinderbücher und Kunstbände gehören zum Programm. Der Verlag ist damit eine wichtige Schnittstelle zwischen der Kirche und den Gläubigen weltweit.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Mehrsprachigkeit. Viele Werke erscheinen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und weiteren Sprachen. So wird sichergestellt, dass die Botschaft des Evangeliums möglichst viele Menschen erreicht. Die LEV betreibt auch einen eigenen Buchladen im Vatikan, der zu den meistbesuchten der Welt zählt.

Dienst unter neun Päpsten

Seit ihrer Gründung hat die LEV unter neun verschiedenen Päpsten gearbeitet: Pius XI., Pius XII., Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II., Benedikt XVI., Franziskus und nun León XIV. Jeder Pontifex hat seine eigenen Akzente gesetzt, aber der Grundauftrag ist derselbe geblieben: die Verkündigung des Evangeliums durch das geschriebene Wort.

Papst León XIV. hob in seiner Ansprache hervor, dass die LEV in all den Jahren ein treuer Begleiter der Päpste gewesen sei. Sie habe die Lehren der Kirche nicht nur bewahrt, sondern auch in die Gegenwart hinein vermittelt. In einer Welt, die oft von schnellen und oberflächlichen Informationen geprägt sei, biete der Verlag eine fundierte und verlässliche Quelle. Das sei ein unschätzbarer Dienst.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Die Digitalisierung stellt auch die LEV vor neue Aufgaben. Immer mehr Menschen lesen Nachrichten und Bücher online. Der Verlag hat darauf reagiert, indem er viele seiner Publikationen auch digital anbietet. So gibt es E-Books, Apps und eine gut besuchte Webseite. Dennoch bleibt das gedruckte Buch ein wichtiges Standbein, besonders im liturgischen Bereich.

Eine weitere Herausforderung ist die Verbreitung in Ländern, in denen Christen verfolgt werden oder der Zugang zu christlicher Literatur eingeschränkt ist. Die LEV arbeitet mit Partnern zusammen, um auch dorthin Bücher zu bringen. Das ist ein stiller, aber wichtiger Dienst an der Weltkirche.

Biblische Perspektive: Das Wort verbreiten

Die Arbeit der LEV erinnert an den Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gab: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“ (Markus 16,15, Luther 2017). Die Verbreitung des geschriebenen Wortes ist ein wesentlicher Teil dieser Mission. Der Apostel Paulus schreibt: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“ (Römer 10,17, Luther 2017).

Der Verlag trägt dazu bei, dass dieses Wort Gottes und die Lehren der Kirche alle Menschen erreichen. Jedes Buch, jede Enzyklika ist ein Samenkorn, das in die Welt gesät wird. Möge Gott diesen Dienst segnen und viele Herzen für die Botschaft des Evangeliums öffnen.

Zum Nachdenken

Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Libreria Editrice Vaticana laden uns ein, über die Bedeutung des geschriebenen Wortes in unserem Glauben nachzudenken. Wie oft greifen wir zu einem geistlichen Buch oder einer Bibel, um Trost und Orientierung zu finden? Der Verlag hat über ein Jahrhundert hinweg unermüdlich gearbeitet, damit diese Schätze verfügbar sind.

Als Leserinnen und Leser sind wir eingeladen, diese Arbeit wertzuschätzen und selbst zu Botschaftern des Wortes zu werden. Vielleicht können wir ein Buch verschenken oder eine Bibelstelle mit einem Freund teilen. So wird die Verkündigung lebendig und reicht weit über die Mauern des Vatikans hinaus.


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