Ist Jesus wirklich auferstanden?

Fuente: Jesus.de

Warum Christen seit 2.000 Jahren überzeugt sind, dass die Auferstehung ein reales Ereignis war – und welche frühen Spuren dafür sprechen.

Ist Jesus wirklich auferstanden?

Von Professor Matthias Clausen

Der Schriftsteller Oscar Wilde hat einmal geschrieben: „Ich glaube nicht an Wunder. Ich habe zu viele davon gesehen.“ Genauso denken manche Menschen über die Auferstehung: Das sei doch „sicher“ nur symbolisch gemeint? Und „natürlich“ nicht historisch?

Doch das Neue Testament beharrt darauf: Die Auferstehung hat Hand und Fuß, ganz wörtlich. Man konnte mit dem auferstandenen Jesus reden, ihn anfassen, mit ihm essen. Sehr real.

Alles andere hätte auch nicht funktioniert. Die Auferstehung war ja der Startschuss des Christentums. Am Anfang stand keine Gremiensitzung mit Mehrheitsentscheid: „Wer ist für die Auferstehung? Für die Jungfrauengeburt?“ Sondern am Anfang standen einzigartige Ereignisse.

Wie kann man das also glauben?

Dass jemand von den Toten auferstanden ist? Manche sagen: Das kann man eben nicht – denn es widerspricht ja den Naturgesetzen. Wir wüssten heute ja viel mehr über die Naturwissenschaft als die Menschen damals.

Aber Moment: An die Auferstehung zu glauben heißt ja nicht, dass man die Naturgesetze nicht kennt. Dass Tote normalerweise nicht auferstehen, wussten auch die Jünger von Jesus. Sie waren davon genauso überrascht wie wir. Sie haben nur zusätzlich damit gerechnet, dass Gott außergewöhnlich eingreifen kann.

Denn wenn es Gott gibt – wenn wir auch nur die Möglichkeit einräumen –, dann hat er auch die Naturgesetze gemacht. Er könnte also in den normalen Gang der Ereignisse eingreifen. Das ist denkmöglich. Die Frage ist also:

Gibt es historische Indizien?

Die gibt es. Ich beschränke mich auf wenige Highlights:

Teil 1: Das leere Grab

Die ersten Augenzeugen am leeren Grab waren Frauen, so berichtet es Markus. Das Zeugnis von Frauen hatte in der Antike aber für sich keine Geltung. Es musste immer noch durch andere bestätigt werden. (Das tut mir auch leid, aber das war damals so.) Gerade das zeigt: Die Berichte sind glaubwürdig. Sie überliefern ein Detail, das aus damaliger Sicht problematisch war – hier wurde also nichts konstruiert. Dass das Grab von Jesus leer war, haben übrigens auch die Gegner der Christen nicht bestritten. Sie hatten dafür nur andere Erklärungen. Doch spielen wir ein paar dieser anderen Erklärungen einmal durch.

Eine lautet: Jesus sei gar nicht wirklich am Kreuz gestorben, sondern nur in ein Koma gefallen. Hm! Das verkennt, wie gründlich die Römer bei einer Kreuzigung vorgingen. Zudem wäre der eben noch komatöse Jesus in der Grabhöhle erwacht, hätte den tonnenschweren Türstein zur Seite gerollt, die Wache vor dem Grab überwältigt … Mit jeder weiteren Annahme wird die Theorie unwahrscheinlicher.

Eine weitere Erklärung: Jemand habe den Leichnam entwendet. Die Frage ist nur: Wer? Die Römer oder die religiöse Führung der Zeit? Wozu? Und sie hätten doch später nur den Leichnam vorzeigen müssen: „Was wollt ihr denn? Hier ist er.“ Das ist nicht geschehen.

Wer noch hätte den Leichnam entwenden sollen – die Jünger von Jesus selbst? Wozu? Natürlich kommt es vor, dass fromme Menschen sich in etwas hineinsteigern, von dem sie sich wünschen, es möge wahr sein. Man kann sich aber schlecht in etwas hineinsteigern, von dem man weiß, dass es falsch ist, weil man persönlich dabei war, als man es erfunden hat.

Zumal der Glaube an die Auferstehung im „Repertoire“ der Jünger so gar nicht vorkam. Als gläubige Juden haben sie zwar erwartet: Am Ende der Zeiten werden alle Menschen auferweckt. Sie haben aber nicht damit gerechnet, dass ein einzelner Mensch schon vorher in dieser Weise aufersteht.

Teil 2: Die Begegnungen mit dem Auferstandenen

Der auferstandene Jesus erschien seinen Jüngern, einzeln oder in Gruppen, zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten. Diese Begegnungen sind zu unterschiedlich, um sie mit einer Kettenreaktion von Halluzinationen zu erklären. Die Beteiligten haben sich teils erst danach darüber ausgetauscht.

Auch sind die ältesten Berichte zeitlich ganz nah dran: Der 1. Korintherbrief von Paulus zum Beispiel ist rund 20 Jahre nach den Ereignissen verfasst. In Kapitel 15 nennt Paulus Augenzeugen des Auferstandenen und betont: Viele davon leben noch.

Die Begegnungen sind auch zu überraschend, um sie psychologisch zu erklären. Hätten die Jünger „nur“ Halluzinationen gehabt, hätten sie diese anders gedeutet: zum Beispiel als Vision eines Verstorbenen. Solche Visionen waren in der Antike „normal“, nur galten sie gerade als Beleg dafür, dass jemand tot ist.

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Wie erklären wir das alles also?

Als ich selbst Christ wurde, als Jugendlicher, habe ich mich gefragt: Ist das Ganze wahr? Gibt es Gott wirklich, ist Jesus wirklich auferstanden? Und es waren Gründe wie diese, die mich überzeugt haben.

Es geht also nicht um historischen Denksport. Weil Jesus auferstanden ist, kann ich sicher sein: Er ist wirklich da, unsichtbar, aber real. Und: Seine Versprechen gelten: „Wer an mich glaubt, wird leben, selbst, wenn er stirbt“ (Johannesevangelium, Kapitel 11, Vers 25). Meine Freundschaft mit Jesus geht nach dem Tod weiter. Darauf freue ich mich, und das beflügelt mich schon jetzt.

Matthias Clausen ist evangelischer Theologe, Professor an der Evangelischen Hochschule Tabor (Marburg) und Redner für das Institut für Glaube und Wissenschaft (IGUW).

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