Kunstaktion in Wien: Heilige per Handy anrufen – ein modernes Gebetserlebnis

Fuente: EncuentraIglesias Editorial

In der katholischen Pfarrei Maria Namen in Wien können Besucherinnen und Besucher seit Kurzem Heilige per Mobiltelefon „anrufen“. Dabei geht es nicht um einen Anruf im herkömmlichen Sinne, sondern um eine künstlerische Installation, die dazu einlädt, persönliche Bitten, Gedanken und Gebete aufzusprechen. Die Aktion verbindet moderne Technologie mit traditioneller Frömmigkeit und macht das Gebet auf eine neue Weise erfahrbar.

Kunstaktion in Wien: Heilige per Handy anrufen – ein modernes Gebetserlebnis

Die Pfarrei liegt in der Nähe der Wiener Stadthalle und ist seit Jahren für ihre zeitgenössische Kunst mit religiösem Bezug bekannt. Schon früher gab es hier ungewöhnliche Kunstprojekte, die den Glauben in die heutige Zeit übersetzen sollten. Die aktuelle Aktion ist Teil dieser Tradition und zeigt, wie Kirche und Kunst gemeinsam neue Wege gehen können.

Wie die Aktion funktioniert

In der Kirche sind mehrere Telefone aufgestellt, die mit einer Liste von Heiligen verbunden sind. Die Besucher wählen einen Heiligen aus, nehmen den Hörer ab und sprechen ihre Bitte oder ihr Gebet auf. Die Aufnahmen werden gesammelt und später von der Gemeinde in die Fürbitte aufgenommen. Die Installation ist so gestaltet, dass sie zum Innehalten und Nachdenken einlädt.

Die Auswahl der Heiligen reicht von bekannten Gestalten wie dem heiligen Franziskus bis hin zu weniger bekannten Heiligen. Jeder Heilige steht für bestimmte Anliegen – so kann man den heiligen Antonius um Hilfe bei verlorenen Gegenständen bitten oder der heiligen Rita schwierige Anliegen anvertrauen. Die Besucher sind eingeladen, den Heiligen zu wählen, der zu ihrer aktuellen Situation passt.

Ein Ort der Stille und Begegnung

Die Kirche Maria Namen ist bewusst als Raum der Stille gestaltet. Die Telefone sind in einer ruhigen Ecke aufgestellt, sodass die Besucher ungestört beten können. Viele Menschen nutzen die Gelegenheit, um ihre Sorgen und Nöte vor Gott zu bringen. Die Aktion zeigt, dass Gebet nicht an bestimmte Formen gebunden ist, sondern in jeder Lebenslage möglich ist.

Die Gemeinde betont, dass es sich nicht um eine Werbeaktion handelt, sondern um einen ernsthaften Versuch, Menschen in ihrer Spiritualität zu begleiten. Die Resonanz ist positiv – viele Besucher berichten, dass ihnen die Möglichkeit, ihre Bitten aufzusprechen, geholfen hat, ihre Gedanken zu ordnen und Trost zu finden.

Biblische Grundlagen des Gebets

Das Gebet ist ein zentrales Element des christlichen Glaubens. Die Bibel ermutigt die Gläubigen, ihre Anliegen im Gebet vor Gott zu bringen. Im Philipperbrief heißt es: „Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (Philipper 4,6, Luther 2017). Diese Aufforderung nimmt die Kunstaktion auf und macht sie konkret erfahrbar.

Auch die Fürbitte der Heiligen hat eine lange Tradition in der Kirche. Schon im Alten Testament finden sich Beispiele für die Fürbitte von Menschen, die Gott besonders nahestanden. Im Neuen Testament ermutigt der Hebräerbrief dazu, auf die Wolke der Zeugen zu schauen, die uns umgibt (Hebräer 12,1). Die Heiligen sind Vorbilder im Glauben und können uns im Gebet begleiten.

Gebet als persönliche Begegnung

Die Aktion in Wien macht deutlich, dass Gebet eine sehr persönliche Angelegenheit ist. Jeder Mensch hat seine eigenen Anliegen, Ängste und Hoffnungen. Das Gebet ist der Ort, an dem wir diese vor Gott bringen können. Jesus selbst hat uns im Vaterunser ein Gebet gegeben, das alle wichtigen Bitten zusammenfasst: die Bitte um tägliches Brot, um Vergebung und um Bewahrung in der Versuchung.

Die Möglichkeit, die Bitten aufzusprechen, kann helfen, sie bewusster zu formulieren. Oft sind wir uns unserer eigenen Anliegen nicht klar, bis wir sie aussprechen. Die Telefone bieten einen geschützten Raum, in dem dies möglich ist.

Praktische Anwendung für Gemeinden

Die Idee aus Wien kann auch für andere Gemeinden eine Inspiration sein. Nicht jede Gemeinde wird eine Kunstinstallation mit Telefonen realisieren können, aber der Grundgedanke lässt sich übertragen: die Schaffung von Räumen, in denen Menschen ihre Gebete und Bitten vor Gott bringen können. Das kann eine Gebetsecke in der Kirche sein, ein offenes Mikrofon bei einem Gottesdienst oder eine digitale Plattform, auf der Gebete geteilt werden können.

Wichtig ist, dass solche Angebote niedrigschwellig sind und Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation abholen. Die Kirche sollte ein Ort sein, an dem alle willkommen sind, um ihre Sorgen und Nöte vor Gott zu bringen.

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Matthäus 7,7, Luther 2017)

Diese Verheißung Jesu gilt für alle, die im Gebet zu Gott kommen. Die Kunstaktion in Wien erinnert uns daran, dass wir jederzeit und überall beten können. Gott hört unsere Bitten, egal ob wir sie laut aussprechen oder leise im Herzen bewegen.

Frage zur Reflexion

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit: Welche Bitte würden Sie einem Heiligen anvertrauen, wenn Sie heute in Wien in der Kirche Maria Namen wären? Was bewegt Ihr Herz, das Sie vor Gott bringen möchten? Vielleicht können Sie diese Bitte jetzt für sich selbst formulieren und im Gebet vor Gott bringen.


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Preguntas frecuentes

Kann ich wirklich mit einem Heiligen telefonieren?
Nein, es handelt sich um eine künstlerische Installation. Sie können Ihre Bitte aufsprechen, und die Gemeinde nimmt sie in die Fürbitte auf. Es ist ein modernes Gebetsangebot, keine echte Telefonverbindung.
Welche Heiligen stehen zur Auswahl?
Es sind verschiedene Heilige vertreten, wie der heilige Franziskus oder die heilige Rita. Jeder Heilige steht für bestimmte Anliegen, sodass Sie den passenden für Ihre Bitte wählen können.
Ist die Aktion nur für Katholiken gedacht?
Nein, die Aktion ist für alle offen, unabhängig von der Konfession. Die Pfarrei Maria Namen versteht sich als einladender Ort für alle, die beten oder ihre Gedanken teilen möchten.
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